Teneriffa

Teneriffa - Perle im Atlantik

Nun ist es soweit. Nach einiger Überlegung haben wir beschlossen, dem Winter zu entfliehen uns für einen Urlaub auf Teneriffa entschieden. Unsere Reise beginnt auf dem Hamburger Flughafen. Hier haben wir ca. 2 Stunden Aufenthalt bis unser Flugzeug abhebt.

 


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Gegen 11:30 Uhr starten wir bei 2° Plus mit einer Maschine der Airberlin in den trüben Hamburger Himmel. Wir freuen uns auf eine schöne und erholsame Zeit bei frühlingshaften Temperaturen. Nach einem Zwischenstopp auf Fuerteventura landen wir im Süden Teneriffas. Von hier werden wir mit einem Bus abgeholt und in unser Hotel „El Tope“ in Puerto de La Cruz gebracht. Die restliche Zeit des Tages nutzen wir mit einem ausgiebigen und guten Abendessen im Hotel und zu einem anschließenden ersten Erkundungsgang in Puerto de La Cruz unserer Basisstation für die nächsten 14 Tage.

Puerto de la Cruz nach Cuesta de la Villa

Nach einer ruhigen Nacht und einem reichhaltigem Frühstücks-Buffett möchten wir als erstes den Strand in Augenschein nehmen. Die Wellen sind wirklich beeindruckend. Baden ist hier z.Zt. und unseren ganzen Urlaub hindurch aufgrund des Wellengangs und der gefährlichen Strömungen verboten. Der Ort besteht auf dem ersten Blick im Wesentlichen aus den großen Hotels die nach unserem Eindruck jedoch auch schon bessere Zeiten gesehen haben.

Wir beginnen unsere erste Eingehtour am Strand von Puerto de la Cruz. Von hier wollen wir immer in Nähe der Küste in Richtung Cuesta de la Villa wandern. Zunächst schauen wir uns noch ein wenig am Strand um bevor wir dann den höheren Lagen von Puerto de la Cruz entgegen streben. Über viele Treppen gelangen wir 100 Meter oberhalb des Meeres. In La Paz sind schöne kleinere Gebäude mit gepflegten Gärten errichtet worden. Hier finden wir auch, ganz in der Nähe der „Calle de Agatha Christie“ eine charakteristische Pflanze Teneriffas vor – den afrikanischen Tulpenbaum. Der Blick in die Tiefe auf den Atlantik fasziniert uns immer wieder. Die tosende Brandung bricht an den scharfen Klippen des Vulkangesteins.

Im Bereich der Steilküsten haben wir immer wieder Gelegenheit Turmfalken zu beobachten. Am Weg sehen wir die ersten Bananenplantagen. An und für sich ist die Banane keine einheimische Pflanze. Vielmehr wird sie unter hohen technischen Aufwand hier angebaut. Links und rechts des Weges raschelt es ständig und nach wenigen Metern sehen wir auch die Verursacher – es sind Vertreter der Westkanareneidechsen. Die Männchen zeigen eine auffällige Färbung mit blaugrünen Anteilen, während die Weibchen eher graubraun bis rotbraun erscheinen.

Beim Blick zurück erkennen wir, dass die Bauern Teneriffas den Terrassenbau geschickt angewandt haben um die karge Anbaufläche im Küstenbereich zu vergrößern.  Auch wenn unserer Wanderführer, den wir für günstige 5 Euro in der Geo-Buchhandlung in Kiel gekauft haben erst 3 Jahre alt ist, bemerken wir, dass sich die Wege schon ein wenig verändert haben. So stellen wir fest, dass hier ein Stück Steilküste abgebrochen sein muss das der Weg ins Leere führt. Also geht’s zurück und wir müssen die neue Wegführung es einmal wieder finden.

Der Ort Cuesta de la Villa ist ein sehr sauberer und gepflegter Vorort von Puerto de la Cruz und macht auf uns den Eindruck, dass die Einwohner hier etwas wohlhabender sind. Nach kurzem Aufenthalt machen wir uns auf den Heimweg.

Puerto de la Cruz nach Mirador San Pedro

Heute möchten wir in die von gestern entgegen gesetzte Richtung an der Steilküste - nämlich in westliche Richtung - entlang wandern. Unser Ziel ist heute der Mirador San Pedro einem Aussichtpunkt mit einer kleinen Kapelle.

Der Weg führt zuerst durch den westlichen Teil von Puerto de la Cruz und später dann abenteuerlich oberhalb der Steilküste entlang. Am Ende einer Schlucht – einem Barranco – erblicken wir die direkt an den Klippen gelegene Ruine Casa Hamilton. In der Nähe befindet sich die von der Familie Hamilton errichtete Wasserpumpanlage La Gordejuela, Sie wurde 1905 erbaut, was damals revolutionär war, denn zuvor hatte man das kostbare Nass der zahlreichen Quellen ungehindert ins Meer fließen lassen. Dank der Förderanlage war es dann möglich, die umliegenden Regionen mit Wasser zu versorgen. Auf dem Weg zum Mirador San Pedro durchqueren wir eine parkähnliche Anlage mit einer abwechselungsreichen Vegetation.

Schon jetzt, nach diesem kurzen Wegstück, bemerken wir, dass wir uns in einer außergewöhnlichen Landschaft befinden: Kanarische Dattelpalmen, subtropische Zierhölzer wie die Zweihäusige Kermesbeere und plätschernde Wasserrinnen bilden hier die Wegeinfassung und verleihen der Gegend einen geradezu exotischen Charakter. Vom Mirador de San Pedro hat man einen schönen Blick über die wildromantische Nordküste Teneriffas. Tief unter uns liegt der herrliche Palmenhain mit dem Gutshaus der Familie Castro. Eine Schautafel liefert ein paar interessante Details zu unserem Standort und zur Aussicht.

Auf dem Rückweg genießen wir die für uns ungewöhnliche Vegetation und machen am Weg noch einen Abstecher zu einer aus dem Fels entspringenden Quelle – der „Madre del Agua“.

Barranco de Ruiz

Unser heutiges Tagesprogramm ist eine Wanderung im Barranco de Ruiz. Wir fahren mit dem Linienbus vom Busbahnhof Puerto de la Cruz zum Barranco de Ruiz. Da wir die Durchsagen des Fahrers akustisch nicht verstehen – der Bus ist voller plappernder Touristen – bekommen wir erst im allerletzten Moment mit, dass wir aussteigen müssen. Unter einem etwas diesigen Morgenhimmel machen wir uns auf den Weg tief hinein in den Barranco. Wir sind allein unterwegs. Überhaupt fällt uns auch in den folgenden Tagen immer wieder auf, wie wenig begangen die Wanderwege sind.

Schon nach wenigen Höhenmetern erwartet uns eine vielfältige Pflanzenwelt. Wir finden hier Kleinfrüchtigen Affodill. Diese schöne Pflanze gehört zu den Liliengewächsen. An einem Pausenplatz sehen wir sie endlich – die wohl bekannteste Pflanze Teneriffas - die Strelitzie oder auch Paradiesvogelblume. Auch der bei uns bekannte Weihnachtsstern wächst hier in freier Natur.

Weiter gehen wir auf einem asphaltierten Weg durch terrassenförmig angelegten Anbauflächen auf denen Kartoffeln kultiviert werden. Der Tag hat sich vom Wetter her aufgeklart und die Sonne macht uns etwas zu schaffen, da wir sie nach dem heimischen Winter noch nicht gewohnt sind.

Ankunft im Ort San Juan de la Rambla. Hier nutzen wir eine Verschnaufpause mit der Besichtigung des schönen Ortskerns. Weiter geht es an der beeindruckenden Atlantikküste in Richtung El Rosano. Hier wollen wir wieder unseren Linienbus erreichen. Im Bus geht es nun nach einem schönen Tag mit interessanten Ausblicken zurück nach Puerto de la Cruz.

Botanischer Garten

Heute legen wir einen Ruhetag ein und besuchen den Botanischen Garten der fußläufig vom Zentrum Puerto de la Cruz innerhalb kurzer Zeit erreichbar ist. Gleich hinter dem Kassenhäuschen tauchen wir ein in eine farbenfrohe exotische Pflanzenwelt. Blumen die bei uns als Topfpflanzen gehalten werden, haben hier, bei diesem frühlingshaften Klima, oft eine imposante Größe.

Der Botanische Garten ist ein wahres Schmuckstück auf Teneriffa, das auch Amazonen in den Baumwipfeln zu schätzen wissen. Er wurde bereits 1788 auf Anordnung König Carlos III auf der Insel angelegt. Ziel war es damals die aus Amerika und aus den Tropen stammenden Pflanzen auf den Kanaren zu akklimatisieren und später auf das spanische Festland zu übersiedeln. Einige Arten gediehen auf Teneriffa ausgezeichnet, nicht jedoch in Spanien. Heute werden auf einer Fläche von 40.000 m² südamerikanische und typische Kanarische Pflanzen vorgestellt. Dazu zählen auch zahlreiche Kanarenendemiten, d.h. Pflanzen, die nur hier vorkommen und sonst an keinem anderem Ort der Erde.

Von mächtigen und hohen Bäumen bis hin zu zarten Farnen und kleinen Blütenpflanzen wird die botanische Vielfalt der auf Teneriffa existierenden Pflanzen deutlich.

Wanderung nach Oratava und Aguamansa

Der heutige Tag führt uns zu Fuß in das grüne und fruchtbare Orotava-Tal hier im Norden der Insel. Der Begriff „Tal“ ist irreführend, da es sich beim Orotava-Tal eigentlich um eine geneigte Ebene mit einer Fläche von ca. 10 x 11 Kilometer handelt, deren geologische Entstehungsgeschichte mit einem Tal nichts gemeinsam hat. Das Orotava-Tal wird im Westen wie eine Mauer durch die gewaltige „Ladera de Tigaiga“ abgeschlossen. Mit der „Ladera de Santa Ursula“ wird das Tal auch im Osten durch eine steil ansteigende Kante begrenzt. Es handelt sich dabei um die Abrisskanten einer gewaltigen Trümmerlawine, die das Erdreich auf der nach Norden abfallenden Ebene vor 540.000 bis 690.000 Jahren abrutschen ließ, und deren Ablagerungen heute am nördlichen Fuß der Insel in über 3500 m Wassertiefe liegen. Das Volumen der Orotava-Trümmerlawine wird auf bis zu 500 km³ geschätzt. Das Valle de la Orotava verläuft vom Meer bis auf eine Höhe von knapp 2.000 Meter bis fast zum Beginn der Las Cañadas mit dem Pico del Teide, dem mit 3.718 Meter höchsten Berg Spaniens. Die reizvolle Lage im Valle de Orotava hat schon vor 200 Jahren Reisende angezogen. Schon der berühmte Naturforscher und Botaniker Alexander von Humboldt war von der Pflanzenwelt Teneriffas begeistert. Nach ihm ist der Mirador Humboldt benannt, ein vielbesuchter Ausblick über das Tal.

Unsere erste Station ist der Ort La Oratava selbst. Hier habe wir Gelegenheit die heimische Kunst der Stickerei zu begutachten. Wir wandern praktisch auf der Direttissima auf steilen Asphaltstraßen dem ca. 1.100 Meter hohen Bergrücken entgegen. Die Straßen sind hier so steil angelegt, dass wir schnell an Höhe gewinnen. Für Serpentinen ist hier auch gar kein Platz.

Spannend sind unsere Begegnungen mit den freilaufenden Hunden, die sich jedoch, allein durch das Aufheben von Steinen, einschüchtern und vertreiben lassen. Auf dem Weitwanderweg GR 131 wandern wir durch lichte Wälder nach Aguamansa.

Den langen Weg den wir hinauf gewandert sind müssen wir nun natürlich auch wieder hinunter und zurück nach Puerto de la Cruz. Na, da werden wir unsere Beine noch etwas länger spüren.

Geführte Wanderung auf den Wasserwegen

Heute begeben wir uns unter fachkundiger Führung von Marion,  der Autorin unseres Wanderführers, auf die Wege des Wassers. Wir fahren mit dem Bus oberhalb von Puerto de la Cruz nach Caldera von wo aus wir unsere Wanderung beginnen.

Die kostbarste Ressource der Menschen ist das Wasser. Wie es um das wertvolle Gut Teneriffas bestellt ist und woher es kommt, erfahren wir auf dieser aussichtsreichen und geführten Wanderung durch Wälder, Wiesen, Schluchten und Wassertunnel, entlang alter Kanäle.

Im Bereich einer Quelle, hier kommt Trinkwasser aus dem Berg, erläutert Marion uns die Wassergewinnung auf Teneriffa. Die Kanarische Kiefer ist in der Lage den Wolken die Feuchtigkeit zu entziehen, gedeiht daher ausgezeichnet und hat für das Inselökosystem eine herausragende Bedeutung. Zudem übersteht die kanarische Kiefer auch Waldbrände ohne Probleme. Durch Lobeerwälder und Dörfer führt unser Weg. Mit vielen Erläuterungen Marions lernen wir die Natur Teneriffas kennen. Diesen Weg gibt es in keinem Wanderführer und wir hätten ihn nach einer Beschreibung mit Sicherheit nicht alleine gefunden.

Die Kiefernwälder kämmen förmlich die feuchten, wasserhaltigen Passatwinde aus. Das Wasser gelangt in den Boden und tritt an vielen Stellen zu Tage. Nun muss das Wasser aus den angelegten Sammelbecken und über geeignete Kanäle oder Wasserröhren in die Orte und auf die Felder gelangen. Einem solchen Wasserweg werden wir folgen. Durch viele Tunnel geht es immer entlang der wasserführenden Betonröhren. Jetzt wissen wir wofür wir eingangs der Tour Taschenlampen ausgehändigt bekommen haben. Mal geht es auf den Röhren, mal geht es neben den Betonröhren.

Auch hier finden wir - wie schon im Barranco de Ruiz - wieder den Kleinfrüchtigen Affrodill. Diese Pflanzenart ist ausdauernd und sie wächst vor allem auf Weideflächen sowie an Wegrändern. Sie ist heimisch im Mittelmeerraum und auch auf den Kanarischen Inseln. Bei dieser Spezies erreichen die Stängel, an denen die Blüten sitzen, eine Wuchshöhe von 1,5 Meter, in seltenen Fällen sogar noch etwas mehr.

Der Teide in der Ferne schmückt sich mit einem Sombrero. Ein nahendes Unwetter kündigt sich an.

Zum Abschluss der Tour kehren wir noch in einer inseltypischen Bewirtungsmöglichkeiten, einer Gechinchte, ein. Hier genießen wir einen erlesenen Tropfen vom eigenen Weinberg und selbstgemachte Tortillias mit Mocho, einer Paprika-Knoblauchmischung die es wirklich in sich hat. Ich habe noch 2 Tage später einen ziemlichen Knoblauchgeschmack im Mund.

Bevor wir wieder in den Bus steigen nimmt der Wind stark zu. Der seit Tagen angekündigte Sturm braut sich zusammen. Eine seltsame Atmosphäre breitet sich aus. Es wird immer stürmischer und die Böen zerren an den Bäumen, aber die Temperatur bleibt angenehm warm. Als wir in Puerto de la Cruz ankommen wird der Sturm immer unwirklicher. Enorme Windstärken peitschen die Wellen des Atlantiks und wirbeln die Gischt auf. Für Morgen planen wir deshalb erst einmal einen Ruhetag ein.

Regentag in Puerto de la Cruz

Nach dem gestern wütenden Sturm wollen wir uns ein wenig in der Stadt umschauen. Der Wind ist noch relativ stark und kündet davon, dass das Unwetter noch nicht überstanden ist. Bei leicht bedecktem Himmel gehen wir durch die bunten Gassen hinunter zum eigentlichen Hafen, der der Stadt den Namen gegeben hat. Einst ein Handelszentrum, jetzt eher eine Idylle, denn der Hafenbetrieb hat sich über die Jahre immer mehr nach Santa Cruz im südöstlichen Teil der Insel verlagert, so dass hier schon lange keine Waren mehr umgeschlagen werden. Unser Weg führt in Richtung Strand und die nahenden dunklen Wolken lassen uns vorsichtiger Weise umkehren. Leider werden wir auf dem Heimweg doch noch von einem kurzen aber heftigem Schauer erwischt. Zum Glück ist die Wettervorhersage für die nächsten Tage deutlich besser.

Fahrt zu den Eiern des Teide

Ab dem heutigen Tag haben wir uns für sechs Tage ein Fahrzeug gemietet. Damit wollen wir heute in den Nationalpark „Las Cañadas del Teide“, dem Teide-Nationalpark. Auf der TF 21 starten wir in Richtung Teide. Wir fahren bis zum Besucherzentrum „Centro de Visitantes“, von wo aus wir zu Fuß weiterwandern, zu den sogenannten „Eiern des Teide“.

Der Pico del Teide gehört mit zu den beliebtesten Touristenattraktionen der Kanaren. Die Spitze des Berges erreicht 3.718 m über dem Meeresspiegel. 1789 fand die letzte Eruption statt. Damit ist Teneriffa die dritthöchste Vulkaninsel der Erde mit dem größten Vulkankrater der Welt. Die „Caldera de las Cañadas“ misst 17 km im Durchmesser. Es handelt sich um einen Einbruchskrater, der mit der Zeit durch Erosionsmaterial eine Ebene ausgebildet hat. Es ist das einzige subtropische Hochgebirge Europas. Das gut 19.000 ha umfassende zentrale Gebiet wurde 1954 zum Nationalpark erklärt. Das Besondere am Teide ist, dass dieser Vulkan nach wie vor nicht als erloschen gilt. Im Jahre 1798 hat es beispielsweise einen Ausbruch des Pico Viejo (auf Deutsch "alter Gipfel") gegeben. Oben auf dem "Dach" des Teide strömt noch immer schwefelhaltiges Gas aus dem Krater. Auffallend ist das kontrastreiche Farbenspiel der unterschiedlichen geologischen Gesteinsarten, welches von rötlichen, braunen bis hin zu graugelben Elementen reicht.

Hier oben erwartet uns ein starker und eisiger Wind der gehörig an uns zehrt. Der Sturm der letzten Tage und die damit verbundenen Niederschläge sind in dieser Höhe als Schnee nieder gegangen. Der Weg ist wirklich sehr anstrengend. Fast bei jedem Schritt sinken wir knöcheltief ein.

Eis und Schnee. Damit haben wir gar nicht gerechnet. Zum Glück können wir den Spuren von zwei vor uns gehenden Wanderern folgen. Die Orientierung ist nämlich durch den Schnee sehr erschwert. Endlich haben wir sie erreicht, die „Huevos del Teide“ oder auf deutsch, die „Eier des Teide“. Niemand weiß genau, wie diese Kolosse hierher gekommen sind.

Nun machen wir uns auf einer anderen Route wieder auf den Heimweg. Ein spannender Tag mit interessanten Blicken unter recht widrigen Wetterverhältnissen geht nun zu Ende. In der Ferne erkennen wir die Sternwarte des Mount Teide. Die klare Aussicht und der kaum vorhandene Lichteinfluss menschlicher Siedlungen haben den Teide zum bevorzugten Gebiet für die Sternwarte gemacht.

Fahrt nach Los Silos

Die heutige Tour führt uns in die Stille Bergwelt des Teno-Gebirges bei Los Silos, einem kleinen beschaulichen Ort zwischen Garachico und Buenavista de la Norte. Mit dem Mietwagen fahren wir nach Los Silos wo wir unsere Tour starten. Das Teno Gebirgsmassiv liegt westlich von Santiago del Teide. Es gehört zusammen mit dem Anaga Gebirge zu den ältesten Arealen Teneriffas. Das wohl bekannteste Dorf des Landschaftsparkes ist Masca das wir am Freitag besuchen wollen.

Bei schönstem Sonnenschein und sehr angenehmen Temperaturen wandern wir von Los Silos in südlicher Richtung dem Barranco de Bucaron entgegen. Die Pflanzenvielfalt lässt uns wieder staunen. Hier sehen wir Exemplare der Kanaren-Wolfsmilch. Auch finden wir wieder die uns schon bekannten Wasserröhren. Beeindruckend wie einfach und effektiv die Wasserversorgung der Insel gewährleistet wird. Die Vegetation wird immer artenreicher. Neben uns schon bekannten Pflanzen säumen amerikanische Agaven den Weg. Sie wachsen vielerorts auf Teneriffa und den anderen Kanarischen Inseln. Wie der Name es bereits vermuten lässt, stammen diese Pflanzen aus Amerika. Am Boden bilden sie bis zu 1,5 Meter hohe, ausladende Rosetten, aus denen die langen, spitzen und sehr fleischigen Blätter ragen. Sie können mehr als 1,5 Meter lang werden. Weithin sichtbar sind die mitunter über drei Meter hoch aufragenden Blütenstände. Auf den sehr dicken Stängeln sitzen mehrere Blüten.

Zwar sind die Kanarischen Inseln keine Nation im eigentlichen Sinne, aber sie haben dennoch eine "Nationalblume": die Kanaren-Glockenblume. Wir erblicken besonders schöne Vertreter dieser Gattung.

Nach gut einer halben Stunde und 400 Höhenmetern kommen wir an das verfallende Gehöft „Las Moradas“. Die Urlandschaften der Barrancos wurden durch die Besiedlung der Insel durch den Menschen stark verändert, ganz besonders aber auch durch die Einführung der Ziegen, die sich von Pflanzen wie dem Ginster ernährten, der für die Guanchen-Hirtenkultur eine lebenswichtige Bedeutung hatte.  Die Besiedlung der Kanaren begann etwa 500 vor Christus mit den Guanchen, einem hellhäutigen Berbervolk aus Nordafrika. Wie die Menschen auf die Kanaren gekommen sind, ob freiwillig oder gewaltsam durch andere Völker wie die Phönizier, das ist bis heute noch ein Rätsel. Sie waren jedenfalls keine Schiffahrtsnation, sondern lebten als Hirten und Ackerleute in einer steinzeitlichen Kultur. Diese konnte sich, bedingt durch die isolierte Insellage, Jahrhundertelang erhalten. So war es für die ersten angekommenen Festlandseuropäer eine große Überraschung, noch ein nach steinzeitlicher Art lebendes Volk anzutreffen.

Beeindruckend ist der Blick in den tiefen und unzugänglichen Barranco de los Cochino. Hier hinein führt kein Wanderweg. Am unserem weiteren Weg stehen schöne Exemplare des Teide Natternkopfs, eine der außergewöhnlichsten und interessantesten Pflanzen der Welt. Die riesigen Blütendolden bieten vielen Insekten Nahrung. Zurück führt der Weg nun durch den „Barranco de Blas“. Immer wieder grüßt zu unserer Rechten der Teide mit seiner Schneehaube. Beim Abstieg in Richtung Los Silos sehen wir große Ansammlungen von Kakteen. Hierbei handelt es sich um den kräftigen Dillenius-Feigenkaktus. Die zwischen einem und drei Meter hohen Sträucher tragen an ihren jungen Trieben sehr spitze Dornen. Sie können eine Länge von sieben Zentimeter erreichen und können und die menschliche Haut problemlos durchstechen.

Zurück in Los Silos genießen wir noch die schöne Architektur der Kirche und die beschauliche Atmosphäre des Ortes. Bevor wir zu unserem Hotel nach Puerto de la Cruz zurückkehren machen wir noch einen Abstecher nach Icod de los Vinos. Icod de los Vinos ist bekannt für den in der Gegend angebauten qualitativ hochwertigen Wein. Hier möchten wir uns ein Wahrzeichen Teneriffas, den “Drago Milenaro”, den tausendjährigen Drachenbaum, ansehen. Von Botanikern wurde sein Alter jedoch auf etwa 400-600 Jahre bestimmt. Die Altersbestimmung ist daher so schwierig weil die Pflanze kein eigentlicher Baum mit Jahresringen ist, sondern ein großes Liliengewächs. Dennoch gehört dieser “Baum” zu den ältesten Lebewesen auf der Welt. Es handelt sich um eine endemische, d.h. nur auf den Kanaren lebende Art. Er steht seit 1917 unter Naturschutz und ist eines der Wahrzeichen der Insel. Sein Stammdurchmesser liegt bei fast 20 m und die Höhe wird mit 17 m angegeben. Wenn der Baum eingeschnitten wird, so fließt ein Saft heraus, der eine blutrote Farbe annimmt und als “Drachenblut” bezeichnet wurde. Daher war dieser Baum für die Ureinwohner ein magisches Gewächs, der auch in der Medizin einen wichtigen Beitrag leistete.

Im 3 Hektar großen Park sind zahlreiche weitere Vertreter der kanarischen Flora zu sehen. Zudem gibt es ein nachgebautes Guanchen Dorf, einen Aussichtsplatz und eine Vulkanische Höhle mit Mumien. Neben dem Botanischen Garten um den Drago Millenaro herum ist auch der Ort selbst sehenswert.

Fahrt nach Chamorga

Heute begeben wir uns in den Barranco de Roque Bermejo im Anagagebirge, denn heute steht die Charmorga – Faro – Runde auf unserem Programm. Zunächst fahren wir auf der Autobahn in Richtung Osten. Kurz vor Santa Cruz verlassen wir sie und fahren in Richtung Anaga-Gebirge. Die anschließende Fahrt über schmale Küstenstraßen mit schroffen Abgründen nach Charmorga ist schon recht abenteuerlich.

Dieser Barranco de Roque Bermejo gilt als einer der wichtigsten Wildstandorte der Drachenbäume. An einem steilen, senkrechten Fels erblicken wir das sogenannte Aeonium. Auf Deutsch wird diese Art wegen ihrer charakteristischen Form als Rosettenbäumchen bezeichnet. Solche Standorte sind für die Art typisch. Die Wuchshöhe der Pflanzenart kann bis zu 60 Zentimeter betragen. Der äußere Nordosten des Anaga-Gebirges und damit auch Teneriffas gilt mit seinen vorgelagerten Felsinseln als einer der faszinierendsten Küstenabschnitte von Teneriffa.

Zu unserer Linken erkennen wir den Faro de Anaga, den Leuchtturm an der östlichsten Spitze Teneriffas. Wir aber halten uns auf dem Weg hinunter zu den Fischerkaten Roque Bermejo. Nun führt unser Weg auf einem mit Lavasteinen gepflasterten Weg hinauf zum Leuchtturm. Oben angekommen machen wir eine kleine Rast und erhalten  neugierigen Eidechsenbesuch.

Auf dem Weg zum Bergkamm hinauf können wir ganze Scharen des  Kanaren-Weißlings, die sich an dem Blütenmeer laben, beobachten. Unten sehen wir die Roque de Dentro und den Roque de Fuera malerisch vor der Küste im Atlantik liegen.

Zurück in Charmorga steigen wir wieder in den Wagen und fahren ein paar Kilometer zurück in das Inselinnere. Wir möchten nämlich noch dem Lorbeerwald bei Ensillada einen Besuch abstatten. Dieser Waldtyp ist eine auf die Kanarischen Inseln beschränkte Reliktvegetation und zeigt, wie die Flora vor 20 Mio. Jahren im Mittelmeerraum ausgesehen haben mag. Nach ein paar Höhenmetern hinauf zum Chinobre auf 910 Metern Höhe können wir eine grandiose Aussicht über das Anaga-Gebirge genießen. Mit Recht wird diese Aussicht als ein Highlight in unserem Wanderführer beschrieben.

Hinunter führt unser Weg nun durch dichten Lorbeerwald vorbei an kulturhistorischen Plätzen der alten Guanchenkultur, den Ureinwohnern Teneriffas.

Masca-Schlucht

Die bekannteste Schlucht Teneriffas ist sicherlich der Barranco de Masca. Trotz der zahlreichen Besucher gehört die Barranco-Durchquerung wegen der spektakulären Aussichten auf steilwandige Felsen und Vorsprünge nach wie vor zu den beeindruckensten Abenteuern der Insel. Die Schlucht ist in beide Richtungen begehbar. Mit unserem Mietwagen fahren wir über Los Silos und Bellavista de la Norte nach Masca.

Ausgangspunkt unserer Wanderung ist das auf 630 m gelegene Bergdorf Masca. Bis 1975 war dieses Örtchen fast völlig von der Außenwelt abgeschnitten und nur über den einsamen Camino de los Guanches mit Santiago deI Teide und dem El-Palmar-Tal verbunden. Inzwischen hat sich das geändert. Mit dem Bau einer Zufahrtsstraße von Norden und Süden verhalf man Masca aus dem Dornröschenschlaf, und so schmücken nun auch einige Restaurants, Souvenirläden und ein Museum das Dorf. das sich bereitwillig dem bis heute wachsenden Touristenansturm geöffnet hat.

Gleich zu Beginn der Tour wird uns schon ein hohes Maß an Aufmerksamkeit abverlangt, denn das Gelände ist abschüssig und rutschig. Auf dem etwa 20-minütigen Abstieg in den ganzjährig wasserführenden Barranco halten wir uns stets auf dem deutlichen Hauptpfad. Senkrecht türmen sich die Basaltwände neben uns auf und springen zuweilen bedrohlich nach vorne. Auch auf dem weiteren Weg halten wir immer wieder inne, um die Vielgestaltigkeit des Gesteins und die interessante Pflanzenwelt anzuschauen.

An zahlreichen Stellen wechseln wir auf die jeweils andere Seite des Bachlaufs. Mal geht es durch wucherndes Schilfgras, dann wieder im Auf und Ab über größere und kleinere Basalte hinweg. Exotische Riesenblattgewächse zieren hin und wieder die verschiedenen Feuchtgebiete der Schlucht. Eine der auffälligsten und prächtigsten Erscheinung in der Insektenwelt Teneriffas ist die Feuerlibelle. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Teile Afrikas bis in den Mittelmeerraum, außerdem kommt sie auf den Kanarischen Inseln vor. Die Feuerlibelle liebt sehr warme, stehende Gewässer mit üppigem Bewuchs an den Rändern, weshalb sie auf Teneriffa vorzugsweise an Teichen in Gärten oder an Tümpeln vorkommt, wie sie etwa hier in der Masca-Schlucht zu finden sind.

Üblicherweise wird die Schlucht hinunter gewandert. Am Ende der Schlucht, am Atlantikstrand, werden die vielen Wanderer mit Booten zurück nach Los Gigantes, einem Touristikzentrum im Westen der Insel gebracht. Wir haben uns jedoch schon zu Hause entschieden, die Strecke wieder bergauf zurück zu wandern. Und so machen wir uns nach kurzem Aufenthalt am Strand wieder auf den nun schon bekannten Weg. Wir stellen fest, dass es genauso interessant ist, die Schlucht in entgegen gesetzter Richtung zu durchwandern da wir auf diese Weise auch noch einmal andere Blicke genießen können und Dinge erkennen, die wir vor so nicht beobachten konnten.

Auf dem Rückweg kommen uns allerdings ein paar größere Wandergruppen entgegen deren Abstieg wir erst einmal abwarten bzw. umgehen müssen. Wieder in Masca angekommen lassen wir den Tag Revue passieren und fahren zufrieden zurück ins Hotel. Die Schlucht wird nicht ohne Grund in allen Reiseführern als eine der schönsten Wanderungen angepriesen und ist wirklich einer der vielen Höhepunkte der Insel.

Villaflor und die weiße Mondlandschaft

Die Heutige Tour führt uns in den südlichen Teil der Insel. Wir fahren auf der TF 21 durch die Caldera des Teide in den südlichen Teil Teneriffas - nach Villaflor. In Villaflor schultern wir unsere Rucksäcke und müssen uns erst einmal orientieren um den richtigen Weg zu finden. Das Blumendorf Vilaflor liegt an der Straße von Los Christianos zum Teide Nationalpark in der Nähe von Granadilla de Abona auf einer Höhe von 1.400 m über dem Meeresspiegel und ist damit das höchstgelegene Dorf Spaniens. Ein Besuch lohnt sich, da der Ort ein besonderes Flair besitzt.

Ausgangspunkt für die Wanderung ist der Marktplatz von Vilaflor. Der Marktplatz wurde vor einigen Jahren neu gestaltet und wirkt sehr gepflegt. Der alte, steinige Weg, der uns jetzt zunächst in Kehren aufwärtsführt gehört zu einem Teil dem Wegenetz der Region Chasna lsora an und ist vorbildlich restauriert. Unser Weg führt zunächst durch ausgedehnte Kiefernwälder mit zum Teil uralten Bäumen. Nach etwa 30 Minuten lichten sich die Kiefern. und brachliegende Terrassenfelder mit Bimsauflage rücken näher, die von der längst vergangenen Tradition des Trockenfeldbaus zeugen.

Die hier bestellten Ackerflächen lassen darauf schließen. dass es zumindest noch zeitweise bewirtschaftet wird. Jenseits der mühevoll angelegten Natursteinmauern gedeihen zahlreiche Mandelbäume. Aus ihren Früchten wird die traditionelle Mandelspeise „bienmesabe" – zu Deutsch „.schmeckt mir gut" - eine Mandel-Honig-Paste, hergestellt, die bei den Einheimischen auch heute noch sehr beliebt ist. Allerdings findet die Mandelernte auf Teneriffa nur noch in der Region um Santiago dei Teide besondere Beachtung.

Weiter geht es nun über Lavastein eingefasste Wege immer weiter hinauf. Und dann erreichen wir sie – die weiße Mondlandschaft von Villaflor. Von hier hat man einen freien Blick auf die wunderbaren Tuffsteinsäulen, die tief unten im Barranco de las Arenas zu bestaunen sind. Tief verborgen im hellgrünen Kiefernwald liegt die weiße Mondlandschaft von Vilaflor, die zu einer der bemerkenswertesten Naturattraktionen des Südens gehört. Ein zauberhaftes Gemisch aus vulkanischer Kraft, Wind und Wasser erschuf hier vor etwa 500.000 Jahren eine anmutige Landschaft aus hellen Bimssteinkegeln, die an fantasievolle Sandsteinschlösser erinnern. Inzwischen ist es nur noch gestattet, dieses fragile und äußerst erosionsanfällige Meisterwerk der Natur aus der Ferne zu betrachten. Ein Betreten durch Wanderer, so wie wir es oftmals beobachten können, ist nicht gestattet und verbietet sich eigentlich von selbst.

Nach der Wanderung fahren wir nun auf der TF21 zurück nach Puerto de la Cruz. Hierbei durchqueren wir die 17 km durchmessende Caldera mit ihrem abwechselungsreichen Farbspiel und interessanten Formen. Die Aussicht an der mitten durch den Park sich ziehende Landstraße ist sehr vielfältig und atemberaubend. Der Name Teide leitet sich aus “Echeide” ab, was in der Guanchensprache „Hölle“ bedeutet und auf die vulkanische Tätigkeit verweist. Wir kommen zu den Gesteinsformationen der „Los Roques“. Diese Formationen sind ein wahrer Besuchermagnet und der Trubel lässt uns nicht allzu lange verweilen.

Punto Teno

Heute ist der letzte Tag für eine Unternehmung in unserem Urlaub.

Wir möchten nun auch noch die Westspitze Teneriffas erkunden und fahren daher in das Teno-Gebirge zum Leuchtturm Faro de Teno. Der Weg dahin führt über Los Silos und ist ab Buenavista del Norte nur bei gutem Wetter befahrbar. Bei Starkregen ist die Straße gesperrt, da Gesteine auf die Fahrbahn gelangen können. Unser erstes Ziel ist der Faro de Teno - der umrahmt von scharfkantigen Felsen - den Schiffen den Weg weist.

Gemütlich gehen wir ein kleines Stück in nördlicher Richtung und werden an einem Pausenplatz von den umher flitzenden Eidechsen beobachtet. Wir genießen diesen letzten Tag bei herrlichem Sonnenschein, blauen Himmel und einer imposanten Meeresbrandung. Der Abschied fällt uns schon ein wenig schwer, war doch die Zeit in diesem milden Klima und die entspannte Atmosphäre Balsam für unsere Seelen. Morgen fliegen wir nun zurück in die Heimat.

Wir haben viel gesehen und vieles kennengelernt. Die Insel bietet uns noch viele Ziele und vielleicht kommen wir einmal wieder auf die Insel des ewigen Frühlings. - Adiós Tenerife y muchas gracias!